Jeder Mensch kann durch Krankheiten oder Unfälle dauerhaft berufsunfähig werden. Statistiken zeigen, dass jeder vierte Erwerbstätige noch vor der Altersrente berufsunfähig wird. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist immer dann sinnvoll, wenn nicht genug Vermögen vorhanden ist um davon auf unbestimmte Zeit leben zu können. Lebt jemand alleine von Mieteinnahmen oder Aktiengewinnen, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht unbedingt notwendig.

Die meisten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit sind mit 29 % Nervenkrankheiten und psychische Probleme. Gefolgt von 21 % Beschwerden am Bewegungsapparat. Das betrifft die Wirbelsäule, Gelenke, Muskeln oder Knochen. In ca. 16 % aller Berufsunfähigkeiten ist die Diagnose Krebs oder andere bösartige Geschwülste verantwortlich. Immerhin noch in 9 % der Fälle ist ein Unfall die Ursache für eine Berufsunfähigkeit. Die meisten passieren in der Freizeit. Schlaganfall, Diabetes, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen sind in ca. 7 % die Ursache. Und sonstige Erkrankungen sorgen mit etwas 16 % für eine Berufsunfähigkeit.

Oft höre ich „Ich brauche keine Berufsunfähigkeitsversicherung – ich werde nicht berufsunfähig. Das Geld spare ich mir lieber“. Die Statistiken sagen etwas anderes.
Stellen Sie sich vor: Sie haben eine Geldmaschine im Keller, die täglich 100 € ausspuckt. Würden Sie diese nicht bestmöglich gegen Feuer, Einbruchdiebstahl, Wasserschäden etc. versichern? Diese tolle Geldmaschine haben Sie! Es ist nämlich Ihre Arbeitskraft. Mit Ihrer Arbeitskraft verdienen Sie täglich die 100 € oder auch mehr. Wenn Ihre Geldmaschine durch Krankheit oder Unfall kaputt geht, fehlen Monat für Monat diese Einnahmen für den eigenen Lebensunterhalt.
Der Staat leistet im Fall der Fälle nur eine geringfügige finanzielle Unterstützung. Dieser „Zuschuss“ ist aber auch von einigen Faktoren abhängig. Von der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es keine Berufsunfähigkeitsrente, sondern eine Erwerbsminderungsrente. Und es ist noch lange nicht gesagt, dass man im Krankheitsfall oder bei Unfall so eine Erwerbsminderungsrente erhält. Eine volle Erwerbsminderungsrente gibt es nur, wenn der gesetzliche Versicherte in keinem einzigen Beruf mehr als 3 Stunden arbeiten kann. Wenn noch drei – sechs Stunden gearbeitet werden kann, bekommt man eine teilweise Erwerbsminderungsrente. Wenn noch keine 5 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt wurde, gibt es gar keine Rente. Die volle Erwerbsminderungsrente liegt bei ca. 30 % vom letzen Bruttolohn. Die teilweise Erwerbsminderungsrente bei ungefähr 15 % vom letzten Bruttolohn. Um solche große Lücken schließen zu können, braucht man unbedingt eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Ansonsten kann es ein finanzieller Alptraum werden, wenn man seine Traumimmobilie abzahlen muss und seine Familie ernähren muss.

Eine entsprechende Berufsunfähigkeitsversicherung sollte möglichst früh abgeschlossen werden. Etwa als Schüler, Azubi oder Student. Je früher der Abschluss, desto günstiger der Beitrag. Desweiteren hat man in der Regel in jungen Jahren weniger Krankheits-Zipperlein und die Versicherung nimmt einen zu guten Konditionen auf. Die Versicherungsgesellschaften prüfen den Gesundheitsstatus sehr genau. Einmal beim Arzt wegen Verspannungen im Nacken gewesen, kann schon große Probleme bei der Antragstellung geben.

Übrigens: Etwas anders sieht es bei Beamten aus. Juristen, Polizisten oder Lehrer werden nicht berufsunfähig, sondern dienstunfähig. Für diese Berufe gibt es spezielle Tarife, die auf Beamte zugeschnitten sind.

Nun möchte ich Ihnen mal den Wert Ihrer Arbeitskraft bis zum 67. Lebensjahr berechnen.

Herr A. hat vor kurzem seine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und verdient monatlich 3000 € Brutto bei seinem Arbeitgeber. Er ist 20 Jahre jung und möchte bis zu seinem 67. Geburtstag arbeiten. Gehen wir von einer durchschnittlichen Gehaltssteigerung (Ausgleich für Kaufkraftverlust) von 2,5 % jährlich aus.

Antwort: Mit der Gehaltssteigerung von jährlich 2,5 % kommen wir auf eine astronomische Summe von 3.156.043,87 €.
In Worten ausgedrückt: ! DREIMILLIONENEINHUNDERTSECHSUNDFÜNZIGTAUSENDUNDDREIUNDVIERZIGKOMMASIEBENUNDACHTZIG EURO !
Was für eine Zahl!

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört definitiv zu den wichtigsten Versicherungen.

Und nun zum Abschluss ein interessantes Zitat.
„Wer nichts zu verlieren hat, braucht keine Versicherungen“

Leave a Comment